Im Folgenden möchte ich ein paar ganz persönliche Zeilen veröffentlichen, vielleicht etwas ungewöhnlich und vielleicht ZU persönlich für eine HP über eine Hundeschule und ihre Angebote. Dennoch hält mich nichts davon ab, es ist eine Herzensangelegenheit...

Luka


(10.08.1995 – 31.10.2008)


 


Ich kann, entgegen meiner sonstigen Art, keine Worte finden, für ein Wesen, dass so unbeschreiblich war wie Luka. Nichts, rein gar nichts vermag diesen besonderen Hund zu beschreiben. Wer sie kannte, wird wissen, was ich meine!

Früher habe ich immer gedacht, ich würde, wenn es soweit ist, ihren Tod nicht verkraften können.

Nun habe ich sie gehen lassen. Mit soviel Würde, wie es möglich war. Und es ist gut so!

In mir ist ein tiefer Schmerz und dennoch fühle ich etwas wie Frieden in mir.

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt.
Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.
(Sergio Bambaren)




Zwiebel

(21.03.1993 - 10.06.2006)

Heute Nacht hat mich mein "stiller Schatten" verlassen. Ich trauere um Zwiebel, die mich 13 wundervolle und unvergessliche Jahre begleitet hat und von der ich soviel lernen durfte.

Es tut unglaublich weh... es ist, als wäre ein Teil von mir mit ihr gegangen. Als der Tierarzt die Spritze gesetzt hat, lag sie in meinen Armen, fließend weich, als würde sie endlich ein bißchen Schlaf finden. Ihren letzten Blick werde ich niemals vergessen.

Ich glaube, Zwiebel wusste, dass sie gehen muss.

Meine Bilder im Kopf wiederholen sich tausendfach... Ich sehe in der Kölner Kneipe das fünf Wochen alte, verstörte und verängstigte Häufchen Elend vor mir und ende mit dem Blick auf ihr frisches Grab.

Wir haben sie an einem wunderschönen Platz im Garten unter einer alten Buche begraben. Wir alle haben Abschied genommen, aber können es noch nicht wirklich fassen, dass sie nicht mehr bei uns ist.

(10.06.2006)

Erinnerungen

Nicht der geringste Kummer, den wir ertragen müssen,
wenn sie von uns gehen, diese wortlosen Freunde,
ist, daß sie so viele Jahre unseres Lebens mit sich nehmen.

Doch wenn sie darin Wärme finden,
wer würde ihnen diese Jahre mißgönnen, die sie über uns gewacht haben?
Und was immer sie mit sich nehmen, sei versichert, sie haben es verdient.


Autor: John Galsworthy



Rivas Geschichte



Vor fast vier Jahren erreichte mich abends ein Anruf einer mir damals recht "unliebsamen" Kundin (unliebsam deshalb, weil ich mich ständig mit ihr gerieben habe wegen des Themas Hund und ihrer Verantwortung).

Sie sagte, ich hätte in allem Recht gehabt und somit nun die Chance, ihre beiden Hunden abzuholen, die sie nun abgeben wollte. Es handelte sich um Riva und Sam, einen Großen-Schweizer-Mix.

Die manchmal sachliche Stef hingegen war sehr berührt, kannte ich beide Hunde doch von Welpenbeinen an. Riva, ein Berner-Appenzeller-Mix, war zu diesem Zeitpunkt knapp 2 Jahre, Sam noch jünger. Und ich habe intuitiv wohl gewusst, dass alles so kommen würde...

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wollte beide Hunde zu mir holen, bevor sie ins Tierheim gebracht wurden! Riva war als Hündin kein Problem, aber Sam würde bei uns vom Außenminister-Charly nicht wirklich akzeptiert werden, das war leider klar. Ich fand recht schnell nette und kompetente Leute, die ihn nehmen wollten und zum Glück "den Dicken" bis heute haben.

Meine Mutter wollte zu diesem Zeitpunkt gerne einen zweiten Hund. In der Kombination zu Charly war es allerdings recht schwierig, welchen Hund er überhaupt neben sich akzeptieren würde.

Ich war zu diese Zeitpunkt himmelhochjauchzend in der sechsten Woche schwanger und glücklich bis zum Horizont und ein Stückchen weiter!!! Ich habe meiner Mutter erzählt, dass diese beiden Hunde ein neues Zuhause suchen. Sie sollte und wollte sich Gedanken über Riva machen. Mehr war eigentlich gar nicht ausgemacht....

Ich fuhr zu einer weiteren Vorsorgeuntersuchung zum Frauenarzt: Ich war schwanger mit Zwillingen, was mich, zugegebermaßen doch zu Beginn (!!!) etwas schockierte...

Und ich kam kurz vor Mittag wieder zu Hause an und als allererstes kam mir die "freudig strahlende" Riva entgegen. Ich war so sehr mit mir und meinem Bauch beschäftigt, dass ich richtig konfus war wegen der neuen Situation. Ich war also schwanger mit Zwillingen und stand da mit diesen weltbewegenden Neuigkeiten, nun auch noch mit meiner Mam, die mal eben "hoppla hopp" Riva angeguckt und gleich eingepackt hatte!

Riva herself hat sich nicht lumpen lassen, ist sofort ungefragt aus der Haustür der Vorbesitzer raus und meiner Mutter ins Auto gesprungen. Ich glaube, sie hat fast zwei Jahre nur auf diesen Moment gewartet. Ihre Augen sprachen Bände, ganz nach dem Motto: "Wurd auch endlich Zeit, dass du mich hier rausholst...!"

Ich saß also im Wohnzimmer bei meiner Mutter mit der Nachricht, dass wir nun ZWEI anstelle EINES Wunschkindes bekommen würden. Und Riva war mittendrin...

Riva zu diesem Zeitpunkt: Dampf-Lokomotive an der Leine, abwehrbeißend gegenüber allem und jedem, was ihr nicht passte oder ungewünscht zu nahe kam, passioniert jagend und völlig führungs- und orientierungslos. Außer dass sie anscheinend genau wusste, dass das hier ihr Zuhause war!

So, als ob sie niemals woanders gewesen wäre. Es gab nicht mal eine Zeit der Gewöhnung an unsere Fellnasen-Bande oder uns. Riva war aus ihrer Sicht (und schnell auch aus unserer) schon immer da!!! Und sie wurde einer der unproblematischsten und nettesten Hunde, die ich je kennengelernt habe.

Niemals hat ein Hund unser aller Herzen so schnell erobert wie sie, auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Doch so schnell, wie sie gekommen ist, hat sie uns vor wenigen Stunden verlassen!!!!

Es ist nicht zu glauben, wir alle hier sind fassungslos...

Es begann vor 6 Wochen. Eine ganz leise, unmerkliche Krankengeschichte. Riva begann, ungut zu riechen. Wir tippten auf das Siegwasser (oder Futter?) und sie setze die Gassi-Gänge dort aus und tigerte lieber mit meinen Eltern durch die Wälder. Doch Riva war auf einmal nicht mehr da im Großfamiliengeschehen der Gadens, hatte sich in den letzten Tagen abgesondert. Die "Hund-gewordene-Fressmaschine" hat plötzlich auch verschmäht, was wir ihr an Leckereien angeboten haben. Morgendliche Rituale (mit meinem Papa beim Frühstück Leberwurstbrot teilen) fielen aus.
Wir haben das zuerst nicht so ernstgenommen. Riva, ihreszeichens immer ein wenig pummelig, sollte sowieso abspecken. Das hat sie auch, zu unserer naiven Freude...

Heute ist Montag. Gestern ist sie noch mit den anderen im Wald gewesen, diesmal bloss nicht mit Sky an erster Stelle. Sie wirkte etwas müde und abgeschlagen, irgendwie alt...
Sie schien magenverstimmt zu sein, hatte am Freitag erbrochen, wollte nicht so recht fressen. Aber nichts war wirklich hunde-unüblich. Wie das eben so ist, wenn ein Hund mal nichts futtern will, Gras frisst und erbricht...

Das Ganze spitzte sich heute im Laufe des Tages dramatisch zu. Wir fuhren mit Riva zum Tierarzt. Sie wog zu unserem Erschrecken unter dem dicken Berner-Fell nur noch gut 20 kg!!! Schon beim Erzählen bei der Tierärztin und ihrem wissenden Blick wurde mir schlagartig klar, dass es nicht einfach "lapidar" war. Die Röntgenaufnahmen bestätigten den Verdacht: Lebertumor! Wir handelten schnell: Morgen wäre unser Termin in Gießen in der Uni-Klinik gewesen. Alles war abgemacht und vorbereitet, so dass meine Mam Helga und ich hätten durchstarten können.

Gegen abend zog Riva sich wieder zurück. Wie oft ich die Frage hörte "Ist Riva bei dir?" kann ich nicht sagen. Zu guter Letzt lag Riva im Garten auf unserer Liegewiese, regte sich kaum noch, kein Schwanzwedeln, wenn einer der Familie hinzu kam. Wir hatten das Schlimmste vermutet für die kommenden Untersuchungen in Gießen. Und wir standen und saßen um sie herum auf der Wiese und sie hob nicht mal mehr den Kopf. Vor uns lag ein völlig erschöpfter Hund, lebensmüde, der noch vor wenigen Stunden mit meinen Eltern durch den Wald gelaufen war. Die lebenslustige Riva war ein Häufchen Elend, die Schleimhäute schneeweiß, der Atem flach...

Meine Muter drängte, den Tierarzt wieder anzurufen, der jedoch nicht wirklich helfen konnte. Wir hätten sofort in die Klinik nach Gießen fahren können. Aber warum? Damit Riva in einer Box die Nacht alleine daliegt? Wir haben endlos lange diskutiert und Riva dann wieder mit rein genommen ins Haus. Sie suchte sich ihren Platz im Bett meines Vaters....

Sein geliebtes Riva-Mädchen...

Wir planten die morgige Abreise in die Klinik, klärten, wer wann wofür zuständig ist. Ich hatte bereits eine Kuscheldecke ins Auto gelegt...

Als ich gerade am Rechner saß und die Fahr-Route ausdrucken ließ, rief mich meine Mutter nach unten...

Riva hatte wieder mal erbrochen, diesmal ohne auch nur den Kopf zu heben. Ich setzte mich neben Riva, streichelte sie, legte meine Hand auf ihren Brustkorb und horchte tief in mich. Ihr Atem ging schwer und stoßweise, jedoch schien sie ohne Schmerzen zu sein. Wir versuchten, eine "sinnvolle" Entscheidung zu treffen. Meine Mam rief übers Handy wieder die Tierärztin an. Es sah nicht gut aus, Riva begann, sich zu überdehnen, stützte sich an der Wand ab, reckte den Kopf nach hinten. Das Leben glitt mit jedem Atemzug aus ihr heraus....
Die Tierärztin war alarmiert, schon auf dem Weg... und Riva begann zu sterben, für uns alle Herumstehenden fühlbar. Jeder Atemzug war nun plötzlich begleitet von einem Stöhnen, wie ich es niemals gehört habe. Es waren keine Schmerzen, es war ein Art "Loslassen" oder "Abschied" nehmen. Meine Hand lag so, dass ich ihren Herzschlag fühlen konnte. Sie wusste, dass wir alle bei ihr sind...

Es dauerte keine fünf Minuten, bis sie starb. Zuerst hörte sie auf zu atmen, dann fühlte ich ihren Herzschlag nicht mehr. Sie war nicht mehr bei uns und wurde dennoch begleitet mit unzählbaren Tränen...

Die Tierärztin musste nicht mehr kommen...

Riva war gestorben...

In unserer Mitte, ohne große Qualen oder dem Stress in einer Klinik...

Sie ist so schnell und unerwartet gegangen, wie sie einst gekommen ist...

...wir sind fassungslos. Riva ist nicht mal sechs Jahre alt geworden... unerwartet und umso schmerzlicher hat sie uns verlassen...

(10.07.2006)



Laika

10.12.1994-24.04.2007


(von Anke Lache)

Es war vor zwei Jahren im Mai, da erreichte mich eine E-Mail von Stef. In dieser E-Mail war zu lesen, dass eine Familie in Siegen für eine alte Australian Shepherd Mix Hündin neue Besitzer suchte. Man kann schon ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, einen alten Hund zu vermitteln. Stef sagte, ihre Chancen seien mehr als gering.
Laikas alter Herr war verstorben. Vier Jahre zuvor schon seine Frau, die (so erzählten die erwachsenen Kinder) Laikas eigentliche Bezugsperson war. Man wollte oder konnte Laika offensichtlich nicht behalten.
Auf dem Foto, dass ich von ihr gesehen hatte, lag eine alte, unglücklich dreinblickende Hündin an einer Leine in der prallen Sonne. Gar nicht lange überlegt und ein wenig Überredungskunst bei dem Rest meiner Familie und ich rief Stef an, dass ich mir Laika gerne mal ansehen würde.

Vor uns stand sie also, ihr Zustand war alles andere als gut, ihr Fell voller Filz, in den Augen war kein Glanz mehr. Sie schien völlig resigniert zu haben. Laika fristete ein Leben im Keller oder angebunden im Garten. Sie ernährte sich hauptsächlich von trockenen Brötchen und wurde dann und wann mal von den Nachbarskindern ausgeführt. Angeblich sei sie nur bedingt verträglich mit anderen Hunden und könne nicht ohne Leine laufen.
Laika selbst war teilnahmslos und wirkte angeschlagen und sehr müde. Auf einer nahe gelegenen Wiese stellte sich heraus, dass sie sehr gut mit unseren anderen Hunden klar kam. Ich beschloss damals, Laika mit zu nehmen.

Schon am selben Tag stellte ich fest, dass mit ihr nicht allzu viel gemacht worden ist. Aber Laika war bemüht, uns zu gefallen. Auf Handzeichen reagierte sie recht gut und wir vermuteten, dass sie einmal ein sehr schönes Leben und eine gewisse Ausbildung genossen hatte. Sie konnte auch nicht wirklich Bellen, dies glich eher einem Husten. Laika stolperte alle paar Schritte, ihr Kreislauf war überhaupt nicht in Ordnung...
Aber sie war ein Kämpfer. Jeden Tag konnten wir feststellen, dass es ihr besser ging. Sie wurde auf ihre alten Tagen noch mal richtig flott. Ganz besonders wenn es darum ging, mit uns spazieren zu gehen. Ich war erstaunt, hätte das nicht für möglich gehalten, wie jung sie wieder wirkte. Irgendwann nannte ich sie nur noch liebevoll „meinen sturen Esel“. Sie konnte mit einer unglaublichen Beharrlichkeit vor einem Fenster oder einer Tür stehen und bellen und um Einlass bitten. Sie hatte ihre ganz eigene und störrische Art. Laika eroberte alle Herzen im Sturm. Wenn Gäste kamen, ließen diese sogar unsere jungen Hunde stehen und gingen zur ihr. Sie genoss jede Aufmerksamkeit, jede streichelnde Hand, jedes liebe Wort in vollen Zügen.

Vor gut einem halben Jahr stellten wir fest, dass Laika inkontinent ist. Sie bekam Tabletten, die auch anfangs gut halfen. Aber sie schlief sehr viel, fast den ganzen lieben langen Tag. Und man merkte, dass ihr Körper alt wurde. Sie kam schlecht hoch und konnte sich auch nicht mehr gut hinlegen. Die Alterszipperlein wurden mehr und mehr. Ich redete mir ständig ein: Das wird schon wieder! Mein Mann meinte, dass sie auf den Spaziergänge doch noch allen anderen Hunden weglaufen könnte. Aber es kam wie es kommen musste.

Am Montag wurde Laika von meiner Tierärztin untersucht und sie kam zum traurigen Ergebnis, dass es mit Laika zu Ende geht.

Wir mussten sie gehen lassen... Es waren nur zwei Jahre, die wir mit Laika verbringen durften. Aber wir haben viel Spaß miteinander gehabt!
Sie hat uns jeden Tag gezeigt, dass man auch mit einem alten Hund viel Freude haben kann.

Vielleicht konnten wir ein kleines bisschen gut machen, dass sie über eine längere Zeit hin ein ungeliebter und zurückgelassener Hund war.

Wir haben unsere Entscheidung jedenfalls keinen einzigen Tag bereut.

Sie hinterlässt eine große Lücke.

Liebe Laika wir danken dir!